P-Recycling

Wird Klärschlamm unter anoxischen Bedingungen thermisch behandelt, entsteht aschereiche Kohle oder Koks, ein Karbonisat. Karbonisate enthalten reichlich Phosphor (P). Es war das Ziel, die Karbonisierung so zu optimieren, dass der Phosphor in den Karbonisaten möglichst gut für Pflanzen verfügbar bleibt und gleichzeitig das stoffliche Gefahrenpotenzial, z.B. durch Schwermetalle und organische Schadstoffe möglichst gering ist. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit der PYREG GmbH in Dörth die die Prozessbedingungen systematisch variiert. Die hergestellten Karbonisate wurden auf ihre Pflanzenverträglichkeit und ihre Eigenschaften als Dünger in Pflanzenversuchen geprüft. Ihre stofflichen Eigenschaften, wie zum Beispiel die P-Löslichkeit, die Gehalte an Schwermetallen und organischen Schadstoffen (PFC, PAK) sowie die Struktur des enthaltenen Kohlenstoffs wurden untersucht. Außerdem wurde versucht, mit chemischen (Säuren) und mit biologischen Verfahren (Silieren, Kompostieren) den in den Karbonisaten enthaltenen Phosphor für Pflanzen besser verfügbar zu machen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMBF),

Laufzeit 2012-2016.

Karbondünger

Ein grundsätzliches Problem der modernen, arbeitsteiligen Landwirtschaft ist, dass Wirtschaftsdünger örtlich konzentriert anfallen, wo ihre Verwertung ineffizient ist und bei Phosphor (P) und Stickstoff (N) sogar umweltbelastend sein kann. Ziel des Projektes ist es deshalb, aus Gülle, Gärresten oder phosphorreichen Klärschlämmen transportwürdige N-P-Dünger mit hoher Nährstoffdichte herzustellen. Dazu werden prinzipiell bekannte Techniken in bisher noch nicht realisierter Weise miteinander verknüpft:  Separation von Feststoff- und Flüssigphase, Trocknung der Inputmaterialen mit der thermischen Energie aus der Karbonisierung, P-Recycling durch Karbonisieren bei 500 °C, Stickstoffrückgewinnung durch Adsorption von NH3 an Karbonisate im Rauchgasfilter, Granulierung und Pelletierung der mit Stickstoff angereicherten Karbonisate.

Die verfahrenstechnische Kombination bietet das Potenzial, Phosphor, Stickstoff und den Kohlenstoff aus Gülle, Gärresten oder Klärschlämmen umweltschonend und effizient dort zu nutzen, wo diese Elemente für die Düngung und die Humusreproduktion benötigt werden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL),

Laufzeit 2017-2020.

Öko-P

Im Ökologischen Landbau verbieten die Anbaurichtlinien die Düngung mit chemisch-synthetisch behandelten Phosphordüngern. Rohphosphate, wie z.B. Dolophos sind dagegen im Ökologischen Landbau zugelassen. Ihre Pflanzenverfügbarkeit ist allerdings, insbesondere auf kalkreichen Standorten unbefriedigend. Langjährige Bewirtschaftung nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus kann deshalb zu einer Aushagerung an pflanzenverfügbarem Phosphor im Boden führen. In dem Projekt ÖKO-P werden alternative Phosphordünger, z.B. Struvit aus der Abwasseraufbereitung, als Düngemittel im Ökolandbau und Praxisbedingungen getestet. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Leadpartner) im Rahmen der Europäische Innovationspartnerschaften (EIP Agrar) durchgeführt,

Laufzeit 2020 – 2022.