Erhaltung und Förderung von Ackerwildkräutern in Rheinland-Pfalz.

Kurzbeschreibung des Projektes:

Mit einem Flächenanteil von ca. 30 Prozent zählen die Äcker in Deutschland zu den bedeutsamsten Ökosystemen. Die dort ansässige Segetalflora macht etwas mehr als zehn Prozent der mitteleuropäischen Gefäßpflanzenarten aus. Viele dieser Ackerwildkrautarten sind eng an den Ackerbau gebunden, da sie sich in der über 7000 Jahre zurückreichenden Ackerbaugeschichte an die Bewirtschaftungspraktiken angepasst haben. In den letzten Jahrzehnten hat die Intensivierung der Landwirtschaft zu einem extremen Rückgang von Arten der Ackerwildkräuter geführt. Von den rund 270 typischen Segetalarten in Deutschland ist über ein Drittel gefährdet.

Verbunden mit dem Rückgang der Ackerwildkräuter ist auch die Artenvielfalt der Tierwelt auf den Äckern stark zurückgegangen. Viele Tierarten sind direkt oder indirekt auf Ackerwildkräuter als Nahrungsquelle angewiesen. Gerade für viele Insekten, die wichtige Bestäubungsarbeit leisten, findet sich auf den Ackerflächen nicht mehr genug Nahrung. Darunter leiden auch viele Nützlinge, die in der Landwirtschaft nicht mehr zur Reduktion von Schädlingen beitragen können.

Ziel des Projektes ist die Erfassung, Dokumentation und Klassifizierung der Ackerwildkrautflora in Rheinland-Pfalz. Ackerbauliche Bewirtschaftungsformen für Erhaltung und Förderung von Ackerwildkräutern sollen identifiziert und zusammen mit der Landwirtschaft ein Netz an Erhaltungsäckern und -kulturen in Rheinland-Pfalz angelegt werden. Zudem wird erprobt, wie Ackerwildkraut-Saatgut gewonnen und Ackerwildkräuter durch Initialpflanzungen oder Aussaat ausgebracht werden können. Vorschläge für eine Optimierung des Ackerwildkrautschutzes im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen sowie über produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen werden erarbeitet. Im Botanischen Garten Mainz wird eine Saatgutbank für Ackerwildkräuter aufgebaut. Zudem werden in Zusammenarbeit mit der Grünen Schule des Botanischen Gartens Ackerwildkraut-Erhaltungskurse für Landwirte konzipiert und durchgeführt.

Das Video zu dem Projekt finden Sie unter folgendem Link.

Das von Deutschlandfunk Kultur durchgeführte Interview können Sie sich hier anhören.

Veröffentlichte Abschluss- und Projektarbeiten:

  • Masterarbeit: Identifizierung von potenziellen Flächen für den AckerwildkrautschutzEntwicklung eines Systems zur Abbildung von Ellenbergs Zeigerwerten in Open SourceStandortkarten am Beispiel von RheinlandPfalz, Eric Röber, 2021 – Weitere Informationen

Eine Liste zu vergebener Abschluss- oder Projektarbeit in diesem Projekt finden Sie hier

Ansprechpartner/innen

Projektleitung:

Prof. Dr. Elke Hietel

E-Mail: e.hietel@th-bingen.de

Raum 2-220

Tel: +49 6721 409 239

Doktorandin:

Anja Doeker

E-Mail: a.doeker@th-bingen.de

Raum 0-044

Tel: +49 6721 409 816

Projektpartner

  • Dr. Axel Schönhofer, E-Mail: Axel.Schoenhofer@gmx.net
  • Grüne Schule und Botanischer Garten JGU Mainz Dr. Ute Becker, Dr. Rald Omlor
  • DLR RNH Julia Arndt, Pascal Paulen
  • Erhaltungskultur Wörrstadt-Rommersheim Norbert Kussel
  • Landwirtschaftliche Betriebe (Teilnehmerbetriebe im Vertragsnaturschutz Ackerwildkräuter)