Fabian Küdde M.Sc.

Thema der Dissertation:

Zukunftsfähige Strategien zur Erhaltung und Sicherung von Niederwäldern auf Extremstandorten unter Berücksichtigung der Objekt- und Naturschutzfunktion am Beispiel des Mittelrheintals, Rheinland-Pfalz

Forschungsschwerpunkte:

Naturschutz, Forstwirtschaft, Niederwälder, Strategienentwicklung,

Klimawandel

Betreuer/Kooperierende Universität:

Prof. Dr. Elke Hietel, Technische Hochschule Bingen

Prof. Dr. Christian Ammer, Georg-August-Universität Göttingen

Prof. Dr. Oleg Panferov, Technische Hochschule Bingen

Kurzfassung:

Insbesondere das Mittelrheintal mit seinen extremen Steillagen, den vergleichsweise hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen zeichnet sich maßgeblich durch diese Niederwälder aus, die in ihrer Entstehung auf die traditionelle Waldbewirtschaftungsform zurückzuführen sind.

Die Pflege beziehungsweise Instandhaltung dieser Niederwälder wurde aufgrund der nicht gegebenen Rentabilität stark vernachlässigt. Der Gehölzbestand der Niederwälder befindet sich in einem miserablen Zustand, was sich zum Beispiel durch Stabilitätsverluste zeigt; ein dringender Handlungsbedarf ist unerlässlich. Der Klimawandel führte in den letzten Jahren gerade in der Mittelrheinregion zu extremen klimatischen Bedingungen, die in den nächsten Jahren noch weitaus extremer werden. Durch die sich verändernden Bedingungen für die Wälder und die fehlende Waldbewirtschaftung kam es in den letzten Jahren bereits durch die Sukzession zu natürlichen Veränderungen beziehungsweise Anpassungen der Wälder, die allerdings aufgrund der rasanten Veränderungen des Klimas, welche wir zu verantworten haben, unterstützt werden müssen.

Die bisherigen Anpassungsstrategien natürlichen Ursprungs gilt es in diesem repräsentativen Raum für den Klimawandel („Klimalabor“) zu ermitteln und weiter zu nutzen. Bei der Strategieentwicklung tritt nicht nur der naturschutzfachliche Aspekt der im Rückgang befindlichen Wälder in den Fokus, sondern auch die Objektschutzfunktion. Somit resultiert der dringende Handlungsbedarf nicht nur aus der Erhaltung der Niederwälder aufgrund der kulturellen und naturschutzfachlichen Bedeutung, sondern auch aus der Notwendigkeit der Naturgefahrenprävention (Objektschutz). Somit stehen die Bewirtschafter vor einer großen Herausforderung und es sind Strategien unter den sich ändernden klimatischen Bedingungen zu entwickeln, die neben der Objektschutzfunktion den besonderen Lebensraum erhalten.

Ziel der Arbeit ist es durch waldbauliche sowie vegetationskundliche Analysen von Niederwaldbeständen des Mittelrheintals zukunftsfähige Strategien unter Berücksichtigung der Multifunktionalität und der Klimaveränderung zur Erhaltung und Sicherung dieser traditionellen Waldbewirtschaftungsform zu entwickeln, die auch auf andere Niederwaldstandorte übertragbar sind.